secession

Zwei parallel laufende Ausstellungen, die Haller 2014 in Wien präsentierte — eine im Boltenstern-Raum der Galerie Meyer Kainer, die andere bei Diana Lambert — zeigten ein weiteres unbetiteltes Werkensemble: eine Reihe von Zeichnungen, die auf mineralische Verbundplatten übertragen wurden, wo sie als gravierte, mit Farbe gefüllte Linien hervorgingen. Die Ausstellung im Boltenstern-Raum bestand aus den Bildern, die die Künstlerin mit der rechten Hand gezeichnet hatte; die linkshändigen „Streichhölzer“ waren bei Diana Lambert zu sehen, ihre Abwesenheit in der früheren Ausstellung war durch Leerstellen an der Wand zwischen den Bildern gekennzeichnet.

Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Österreich hat Julia Haller eine neue Serie grafischer Arbeiten auf mineralischen Verbundplatten realisiert, deren Oberflächen sie durch Fräsen, Pigmentauftrag und andere Techniken bearbeitet. Dem Interesse der Künstlerin, eine Situation zu schaffen, in der Kunstwerke sowohl als autark als auch als komplementär wahrgenommen werden können – in der das Display mehr ist als die Summe seiner Teile — kommt die Präsentation ihrer Werke in verschiedenen Räumen der Secession entgegen. Subtile Eingriffe manipulieren die Wahrnehmung des Besuchers der Räume, in denen die Werke zu sehen sind, weiter.

Eingeladen vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Jeanette Pacher