[Lobotomie und Leukotomie in brasilianischen psychiatrischen Kliniken]

Lobotomie und Leukotomie wurden von 1936 bis 1956 in brasilianischen psychiatrischen Einrichtungen eingesetzt. Sie wurden auch als Psychooperationen bezeichnet und trennten den rechten und linken Frontallappen und den Präfrontallappen vom Rest des Gehirns, um das Verhalten zu verändern oder psychische Krankheiten zu heilen. Die Technik, die 1935 vom portugiesischen Neurologen Egas Moniz entwickelt und von Walter Freeman aus den USA entwickelt wurde, kam durch Aloysio Mattos Pimenta, Neurologe aus dem Krankenhaus PsiquiátricoJuquely in São Paulo, nach Brasilien. Bald folgten viele Ärzte. Diese Verfahren wurden bei mehr als tausend stationären Patienten angewendet, um nicht nur Heilungsergebnisse, sondern auch die technische Verbesserung der Operationstechnik zu erreichen, da Vorversuche mit Tieren zu dieser Zeit recht selten waren. In Brasilien wurde die Technik bis 1956 angewendet, als sie gegen den Nürnberger Kodex von 1947 verstieß, dessen Ziel es war, die während des Zweiten Weltkriegs durchgeführten medizinischen Experimente mit Menschen festzuhalten und zu regulieren.